Donnerstag, Juli 27, 2006

Robin Hood in Japan

Wenn wir "Robin Hood" hören, denken wir an den Rächer der Witwen und Waisen, an einen edlen jungen Mann, der den reichen klaut um den Armen zu geben.
Ein Entrechteter, der in den Wäldern von Sherwood haust, Gleichgesinnte um sich sammelt, vom Rest der Gesellschaft (bzw. vom Adel) jedoch als Wertlos betrachtet wird.

Die Yakuza, von der westlichen Presse fälschlicherweise als Japans Mafia bezeichnet, sind auch die Wertlosen ihrer Gesellschaft.
Das Wort Yakuza sagt es schon: es bezeichnet eine Zahlenfolge in einem Kartenspiel, welches Black Jack gar nicht unähnlich ist. Mit Yakuza (mit einem Wert von 20) hat man verloren - das Blatt ist wertlos.
Die Mitglieder der Yakuza, die sich in verschiedene Gruppen, genannt "kumi", einteilen, vertreten ihr Dasein in der Gesellschaft als unangesehene Randgruppe voller Stolz.
Ehemals zeigten sie es auch durch sehr große Tätowierungen, doch seit die Yakuza verboten wurde (von der Polizei, die natürlich von den Samurai abstammt), will niemand mehr auffallen.

Die Yakuza haben ihren Ursprung in der Edo-Zeit, die etwa von 1600 bis Ende des 19. Jhdts. dauerte und nach der damaligen Hauptstadt Edo benannt war. Hier setzte sich die Yakuza eben vornehmlich aus Menschen weniger hoher Geburt, meist Bauern und Handwerker.
Die Yakuza nahmen jeden auf, der auf irgendeine Art und Weise nicht zum Rest der Gesellschaft gehörte. Sie boten ein Zuhause, eine Familie und das Gefühl der Zugehörigkeit.
Also gilt auch hier wieder der Aspekt der Flucht seines gewöhnlichen Lebens, um Annerkennung unter Gleichgesinnten zu erlangen.

Doch auch wenn sich heftigst gegen den Vergleich mit der Mafia, wie man sie vor allem aus Italien kennt, gewehrt wird, gewisse Ähnlichkeiten lassen sich einfach nicht leugnen.
So gibt es auch ben den Yakuza einen "Paten", er nennt sich hier jedoch "Oyabun". Und auch hier ist Loyalität das höchste Gut, sie geht sogar soweit, dass man sich selbst verstümmelt, hat man einen Fehler begangen. So kann man seine Ehre wieder herstellen (auch ganz ähnlich wie bei den Samurai, nur dass diese halt gleich sterben...).
Noch eine Paralelle zeigt sich im Wirkungskreis. Die Yakuza hat ihre Finger überall drin, vor allem in den höchsten Kreisen von Wirtschaft und Finanz. Auch den "einfachen und traditionellen" Mafiaaktivitäten entziehen sie sich nicht, sie verkaufen genauso Frauen, Drogen und Diebesgut, wie andere Untergrundorganisationen es tun.

Also sind die Yakuza dann doch nicht so ganz speziell im Vergleich zu anderen Mafiaorganisationen, wenn man mal davon absieht, dass Mafia bzw. Yakuza per se schon etwas sehr Spezielles ist...

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Yakuza

http://mitglied.lycos.de/YakuzaNet/Yakuza/index.htm