Alle Wege führen...
...überhaupt wohin?
In meinem letzten Post schrieb ich über die Hikikomori, eine sehr extreme Art Flucht aus dem Alltag.
Eine weitere Art und Weise junger Japaner ihrem every-day-life zu entfliehen, ist der Lolita-Kult bzw. der Gothic-Lolta-Kult. Während Hikikomori sich in keinster Weise um Geschlecht und Alter kümmert, ist der Lolita-Kult nur unter jungen Japanerinnen zu finden.
Der Ursprung des Kultes ist in der Musik zu suchen.
Genauer gesagt: Visual Kei oder Visual Rock, japanischer Heavy Metal mit Gothic-Einflüssen, die allerdings mit europäischem oder amerikanischem Goth nicht zu vergleichen sind.
Und das Wort "Visual" sagt es schon: es geht auch um Äußerlichkeiten, um das optische Auftreten.
Junge Japanerinnen, die dieser Musik zugeneigt sind, kleiden sich wie Lolitas, also wie süße kleine Mädchen, die keiner Fliege was zu Leide tun können, allerdings mit einem Touch sexy Verruchtheit.
Und genau das ist auch der Zweck der "Verkleidung". Sie wollen zugleich sexuell anziehend und unschuldig wirken.
Sie wollen auch ihre Idolen gleichen oder sie kopieren, um sich mit ihnen identifizieren zu können.
Ein anderer Zweck ist - wie immer bei derlei Dingen - der Zugehörigkeits- und Wiedererkennungswert.
Mit Flucht aus dem Alltag hat das dahingehend zu tun, weil diese Mädchen sich nicht immer so kleiden. Nur wenn sie ihresgleichen treffen und auf Konzerte gehen.
Sie verkleiden sich und können so sein, wie sie es wollen, nicht so wie ihre Eltern, Lehrer und der Rest der Gesellschaft sie gerne hätten.
Auch der Idolcharakter des Kultes ist meines Erachtens Zeichen dafür, dass diese Mädchen fliehen. Sie suchen ihre Vorbilder in unerreichbaren Sphären, und verneinen Greifbares als Vorbildfunktion. Vielleicht deshalb, weil sie Angst vor dem Scheitern haben, weil sie die Rockstars in Wissen anhimmeln, dass sie so niemals sein werden, aber der Traum ist real genug. Bei Vorbildern aus der realen Umgebung gibt es auch reales Scheitern mit dem Hintergedanken es hätte doch auch klappen können...
In Japan ist es schon lange "Tradition" sich hinter Mode und Verkleidung zu verstecken, das ganze nennt sich "Costume Play" oder kurz "Cosplay".
"Gothic Lolita" ist nur einer von vielen Ästen, die aus dieser Wurzel gewachsen sind.
Der Lolita-Kult mag eventuelle auch darin begründet liegen, dass es in Japan schon immer etwas seltsam anmutende Vorlieben und Fetische gibt. So zum Beispiel stehen ältere Männer sehr auf junge Mädchen (wobei das nicht nur in Japan zu beobachten ist), dies auszureizen, so zu provozieren, dient den Mächen dazu, sich mächtig fühlen zu können.
Sie fühlen sich besonders, irgendwie ganz speziell, endlich mal anders als die anderen. Sie stechen aus der grauen Masse heraus und erregen Aufsehen.
Dass sie sich dafür wie kleine Mädchen verkleiden, verstärkt nur den Eindruck, dass sie einfach nicht erwachsen werden wollen und sich auch genau so verhalten.
Zumal die japanische Jugend und der japanische Markt dankbare Abnehmer jeglicher Trends und Hypes sind. Sobald es was neues Aufsehen erregendes gibt, wollen alle mitmachen und der Markt liefert das für nötig gehaltene Material.
Nun, die Japaner - und hier vornehmlich die Jugendlichen - scheinen sehr anfällig für Trends jeder Art zu sein, die Frage ist nur, ob sie sich da überhaupt von Jugendlichen anderer Länder so sehr unterscheiden. Wahrscheinlich ist der einzige Unterschied das wie, nicht das was...
Quellen:
http://www.morbidoutlook.com/fashion/articles/2002_07_gothiclolita.html
http://geocities.com/goth501/Lothought/thought.htm
Bilder werden nachgereicht, wenn ich es endlich mal schaffe, den normalen Weg zu umgehen...
In meinem letzten Post schrieb ich über die Hikikomori, eine sehr extreme Art Flucht aus dem Alltag.
Eine weitere Art und Weise junger Japaner ihrem every-day-life zu entfliehen, ist der Lolita-Kult bzw. der Gothic-Lolta-Kult. Während Hikikomori sich in keinster Weise um Geschlecht und Alter kümmert, ist der Lolita-Kult nur unter jungen Japanerinnen zu finden.
Der Ursprung des Kultes ist in der Musik zu suchen.
Genauer gesagt: Visual Kei oder Visual Rock, japanischer Heavy Metal mit Gothic-Einflüssen, die allerdings mit europäischem oder amerikanischem Goth nicht zu vergleichen sind.
Und das Wort "Visual" sagt es schon: es geht auch um Äußerlichkeiten, um das optische Auftreten.
Junge Japanerinnen, die dieser Musik zugeneigt sind, kleiden sich wie Lolitas, also wie süße kleine Mädchen, die keiner Fliege was zu Leide tun können, allerdings mit einem Touch sexy Verruchtheit.
Und genau das ist auch der Zweck der "Verkleidung". Sie wollen zugleich sexuell anziehend und unschuldig wirken.
Sie wollen auch ihre Idolen gleichen oder sie kopieren, um sich mit ihnen identifizieren zu können.
Ein anderer Zweck ist - wie immer bei derlei Dingen - der Zugehörigkeits- und Wiedererkennungswert.
Mit Flucht aus dem Alltag hat das dahingehend zu tun, weil diese Mädchen sich nicht immer so kleiden. Nur wenn sie ihresgleichen treffen und auf Konzerte gehen.
Sie verkleiden sich und können so sein, wie sie es wollen, nicht so wie ihre Eltern, Lehrer und der Rest der Gesellschaft sie gerne hätten.
Auch der Idolcharakter des Kultes ist meines Erachtens Zeichen dafür, dass diese Mädchen fliehen. Sie suchen ihre Vorbilder in unerreichbaren Sphären, und verneinen Greifbares als Vorbildfunktion. Vielleicht deshalb, weil sie Angst vor dem Scheitern haben, weil sie die Rockstars in Wissen anhimmeln, dass sie so niemals sein werden, aber der Traum ist real genug. Bei Vorbildern aus der realen Umgebung gibt es auch reales Scheitern mit dem Hintergedanken es hätte doch auch klappen können...
In Japan ist es schon lange "Tradition" sich hinter Mode und Verkleidung zu verstecken, das ganze nennt sich "Costume Play" oder kurz "Cosplay".
"Gothic Lolita" ist nur einer von vielen Ästen, die aus dieser Wurzel gewachsen sind.
Der Lolita-Kult mag eventuelle auch darin begründet liegen, dass es in Japan schon immer etwas seltsam anmutende Vorlieben und Fetische gibt. So zum Beispiel stehen ältere Männer sehr auf junge Mädchen (wobei das nicht nur in Japan zu beobachten ist), dies auszureizen, so zu provozieren, dient den Mächen dazu, sich mächtig fühlen zu können.
Sie fühlen sich besonders, irgendwie ganz speziell, endlich mal anders als die anderen. Sie stechen aus der grauen Masse heraus und erregen Aufsehen.
Dass sie sich dafür wie kleine Mädchen verkleiden, verstärkt nur den Eindruck, dass sie einfach nicht erwachsen werden wollen und sich auch genau so verhalten.
Zumal die japanische Jugend und der japanische Markt dankbare Abnehmer jeglicher Trends und Hypes sind. Sobald es was neues Aufsehen erregendes gibt, wollen alle mitmachen und der Markt liefert das für nötig gehaltene Material.
Nun, die Japaner - und hier vornehmlich die Jugendlichen - scheinen sehr anfällig für Trends jeder Art zu sein, die Frage ist nur, ob sie sich da überhaupt von Jugendlichen anderer Länder so sehr unterscheiden. Wahrscheinlich ist der einzige Unterschied das wie, nicht das was...
Quellen:
http://www.morbidoutlook.com/fashion/articles/2002_07_gothiclolita.html
http://geocities.com/goth501/Lothought/thought.htm
Bilder werden nachgereicht, wenn ich es endlich mal schaffe, den normalen Weg zu umgehen...


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