Shincha! Shincha! Shincha!
Nachdem ich in meinen ersten beiden Blogs eher so vor mich hin geschrieben habe, möchte ich jetzt endlich von dem was-mir-so-alles-zu-Japan-einfällt-Geplätscher absehen und über eine konkrete Sache schreiben.
Und was läge für mich näher als über Tee zu schreiben? Schließlich verdiene ich mein Geld teeverkaufenderweise und mein Blog hört auf den gleichen Namen wie ein sehr hochwertiger japanischer Grüntee.
Es gibt genau zwei Teepflanzen: die thea/camellia assamica und die tanninärmere (Tannine sorgen für herben Geschmack) und daher für Grüntee genutzte thea/camellia sinensis.
Die frisch gepflückten Blätter werden nach der Ernte entweder geröstet oder gedämpft. Dieser Vorgang verhindert die Fermentation, die dem Schwarztee seinen ganz eigenen Charakter verleiht.
In Japan wird der Tee traditionell qua Dampf erhitzt, in China ist Rösten (auf riesigen Woks) die übliche Vorgehensweise – darauf sind die unterschiedlichen Charaktereigenschaften der japanischen und chinesischen Grüntees zurückzuführen: japanischer Tee ist kräftig, grasig und heuig, wohingegen chinesischer Grüntee aromatischer, rauchig und etwas milder im Geschmack ist.
Ist der Vorgang des Erhitzens abgeschlossen wird den Blättern (in Japan) in Heißluftröhren die Feuchtigkeit entzogen. Dadurch wird das Blatt geschmeidiger, denn nun folgen mehrere Roll- oder auch Knetvorgänge. Diese verleihen dem Tee sein tannennadelförmiges Aussehen und bewirken das Aufbrechen der Zellen (Fermentation setzt aber nicht ein, da ja erhitzt).
Der Tamaryokucha zeichnet sich nun dadurch aus, dass der letzte Rollvorgang weggelassen wurde und die Pflanzen die letzten Wochen vor der Ernte mit Planen überdeckt wurde (Schatten- und Halbschattentees sind eine nur in Japan zu findende Spezialität). Das Beschatten des Tees bewahrt den Blättern einen höheren Theanin- und einen niedrigeren Catechingehalt. Da Catechin ein Tannin ist und Tannine, wie oben genannt für herben Geschmack sorgen, ist der Tamaryokucha lieblicher als z.B. ein gewöhnlicher Sencha einfacher Qualität.
Durch das Weglassen des letzten Rollvorganges werden zusätzlich noch bestimmte Inhaltsstoffe erhalten, die für einen sehr aromatischen Geschmack sorgen.
Daran erkennt man recht eindrücklichen welch hohen Stellenwert Tee in Japan besitzt. Von der fast liebevollen Art der Verarbeitung über die behutsame Zubereitung bis hin zur Euphorie, die ob der allerfrischesten Ernte ausbricht. Shincha!

Shincha wird in Japan fast wie ein Heiligtum verehrt. Schließlich bedeutet es den Beginn des Verkaufes der frischen Grüntee-Ernte. Die allererste des Jahres!
Schon zu nachtschlafender Zeit werden die Teeverkäufer mit gigantischen Massen an Shincha beliefert, denn mit dieser ersten Pflückung im Jahr machen sie das Hauptgeschäft. Und je früher man an den Tee rankommt, desto mehr Auswahlmöglichkeit hat man noch zwischen den verschiedenen Teegärten.
Auf den Preis wird dabei kaum geachtet, es geht nur darum den allerbesten Tee zu ergattern – koste es was es wolle!
Kaum öffnen die Geschäfte früh am Morgen, schallt es durch die Straßen: Shincha! Shincha! Shincha! Der neue Tee ist da!
Es ist ein riesiges Fest, dem man sich kaum entziehen kann, da es ja auf den Straßen und in den Läden stattfindet.
Eine solche Reaktion ist in Europa wohl kaum zu erwarten. Es würde doch als sehr komisch empfunden, wenn die Bewohner Münchens vor Freude durch die Straßen ihrer Stadt taumeln, nur weil eine neue Ladung frischgebrautes Bier auf den Markt kommt. Augustiner! Augustiner! Augustiner!
Quellen:
Broschüre "Grüner Tee Weißer Tee" von TeeGschwendner
Teeliste, Ausgabe 38, von TeeGschwendner
http://images.google.de/images?q=tbn:8-Ig9Q04DjfTGM:www.chamurietei.co.jp/shopping/image
Und was läge für mich näher als über Tee zu schreiben? Schließlich verdiene ich mein Geld teeverkaufenderweise und mein Blog hört auf den gleichen Namen wie ein sehr hochwertiger japanischer Grüntee.
Es gibt genau zwei Teepflanzen: die thea/camellia assamica und die tanninärmere (Tannine sorgen für herben Geschmack) und daher für Grüntee genutzte thea/camellia sinensis.
Die frisch gepflückten Blätter werden nach der Ernte entweder geröstet oder gedämpft. Dieser Vorgang verhindert die Fermentation, die dem Schwarztee seinen ganz eigenen Charakter verleiht.
In Japan wird der Tee traditionell qua Dampf erhitzt, in China ist Rösten (auf riesigen Woks) die übliche Vorgehensweise – darauf sind die unterschiedlichen Charaktereigenschaften der japanischen und chinesischen Grüntees zurückzuführen: japanischer Tee ist kräftig, grasig und heuig, wohingegen chinesischer Grüntee aromatischer, rauchig und etwas milder im Geschmack ist.
Ist der Vorgang des Erhitzens abgeschlossen wird den Blättern (in Japan) in Heißluftröhren die Feuchtigkeit entzogen. Dadurch wird das Blatt geschmeidiger, denn nun folgen mehrere Roll- oder auch Knetvorgänge. Diese verleihen dem Tee sein tannennadelförmiges Aussehen und bewirken das Aufbrechen der Zellen (Fermentation setzt aber nicht ein, da ja erhitzt).
Der Tamaryokucha zeichnet sich nun dadurch aus, dass der letzte Rollvorgang weggelassen wurde und die Pflanzen die letzten Wochen vor der Ernte mit Planen überdeckt wurde (Schatten- und Halbschattentees sind eine nur in Japan zu findende Spezialität). Das Beschatten des Tees bewahrt den Blättern einen höheren Theanin- und einen niedrigeren Catechingehalt. Da Catechin ein Tannin ist und Tannine, wie oben genannt für herben Geschmack sorgen, ist der Tamaryokucha lieblicher als z.B. ein gewöhnlicher Sencha einfacher Qualität.
Durch das Weglassen des letzten Rollvorganges werden zusätzlich noch bestimmte Inhaltsstoffe erhalten, die für einen sehr aromatischen Geschmack sorgen.
Daran erkennt man recht eindrücklichen welch hohen Stellenwert Tee in Japan besitzt. Von der fast liebevollen Art der Verarbeitung über die behutsame Zubereitung bis hin zur Euphorie, die ob der allerfrischesten Ernte ausbricht. Shincha!

Shincha wird in Japan fast wie ein Heiligtum verehrt. Schließlich bedeutet es den Beginn des Verkaufes der frischen Grüntee-Ernte. Die allererste des Jahres!
Schon zu nachtschlafender Zeit werden die Teeverkäufer mit gigantischen Massen an Shincha beliefert, denn mit dieser ersten Pflückung im Jahr machen sie das Hauptgeschäft. Und je früher man an den Tee rankommt, desto mehr Auswahlmöglichkeit hat man noch zwischen den verschiedenen Teegärten.
Auf den Preis wird dabei kaum geachtet, es geht nur darum den allerbesten Tee zu ergattern – koste es was es wolle!
Kaum öffnen die Geschäfte früh am Morgen, schallt es durch die Straßen: Shincha! Shincha! Shincha! Der neue Tee ist da!
Es ist ein riesiges Fest, dem man sich kaum entziehen kann, da es ja auf den Straßen und in den Läden stattfindet.
Eine solche Reaktion ist in Europa wohl kaum zu erwarten. Es würde doch als sehr komisch empfunden, wenn die Bewohner Münchens vor Freude durch die Straßen ihrer Stadt taumeln, nur weil eine neue Ladung frischgebrautes Bier auf den Markt kommt. Augustiner! Augustiner! Augustiner!
Quellen:
Broschüre "Grüner Tee Weißer Tee" von TeeGschwendner
Teeliste, Ausgabe 38, von TeeGschwendner
http://images.google.de/images?q=tbn:8-Ig9Q04DjfTGM:www.chamurietei.co.jp/shopping/image


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