Montag, Mai 08, 2006

Japan ist überall

Japan ist überall…

Seit Cyberfictions 2.0 am laufen ist, hab ich – ob ich wollte oder nicht – meine Antennen ausgefahren. Jene, die auf Japan und alles was damit zu tun hat, reagieren.
Nicht eben erfolglos.
Selbst wenn mir etwas in die Augen springt, das auf den ersten Blick so gar nichts mit Japan zu tun haben will, so ist es oft nicht allzu schwer, es irgendwie damit in Verbindung zu bringen.

Bei jetzt.de finde ich einen Artikel über die japanische Version des Verliebens und die Vorliebe der Japaner für blutgruppenfreundliche Kondome.
Jawohl: Japaner halten die Blutgruppe für ein relevantes Kriterium der Partnerwahl. Damit´s im Bett noch prickelnder wird (unter der Voraussetzung, dass man die passende Blutgruppe als Partner hat), wurden Kondome für die verschiedenen Blutgruppen entwickelt, die dann aber auch nur bei der jeweiligen ihren vollen Effekt entfalten können.
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/297396

Stöbere ich meine Vorräte an Musik durch, stoße ich hier und da auf Lieder, die auf Japan bezogen sind. So covern zum Beispiel Incubus „Turning Japanese“ von The Vapors.
Im Bereich der elektronischen Musik begegnet man sowieso ganz unweigerlich Japanern und japanisch anmutenden Namen (Kabuki, The Sushi Club, Hiroshima usw.).

Laufe ich durch die Straßen irgendeiner Stadt begegnen mir scharenweise junge Frauen mit schwarz gefärbten, glatten Haaren mit strengem Pony – was mich stark an die japanische Kopfmode erinnert.
Auch die schrillbunten Klamotten, die gerne in unmöglichsten Kombinationen (sei es Farb- oder Musterzusammenstellung) getragen werden, lassen sich meines Erachtens mit der Mode Japans in Verbindung setzen.
Allein schon „Hello Kitty“ und ähnliche auf Shirts und Taschen abgedruckte Mädchen mit großen, dunklen Kulleraugen sind Zeichen dafür.
Junge Modemarken wie „Blutschwester“ lassen sich von japanischen Mangas inspirieren und creieren derartige Mode.

Auch in der Uni lässt mich Japan nicht in Ruhe. Ein Prof war während der Semesterferien in Asien, der nächste sagt: „Japaner lachen über anderes als wir“ um einen Gedanken Foucault´s zu erläutern.
Zumal mir seither noch mehr japanische Studenten auffallen als bisher…

All diese Dinge sind ja nun mehr oder minder Aufzählungen, doch ich hoffe anhand mindestens einer dieser Anhaltspunkte eine Orientierung für meine Suche zu finden. Denn irgendwie treibe ich nur so ein bisschen auf der Oberfläche rum und weiß nicht wirklich, wie ich tiefer gehen soll…

Selbst Haruki Murakami ist mir keine große Hilfe. Vor dem Kurs hatte ich zwar schon mal von diesem tollen japanischen Schriftsteller, der in aller Munde ist, gehört, aber gelesen hatte ich bis dato noch nichts.
Und jetzt, gen Ende von Mr. Aufziehvogel muss ich sagen: Tolle Geschichte, tolles Buch. Aber so arg anders ist das gar nicht. Ein relativ normaler Um-die-dreißig-jähriger in einer ziemlich normalen Ehe, in einem ganz normalen Haus, mit einem ganz normalen aber aufgegebenen Job, der ziemlich normale Mahlzeiten zu sich nimmt und ganz normales Bier trinkt. Zugegeben, dieses Normalsein ändert sich im Laufe des Buches, jedoch nicht so, dass ich es unabänderlich mit Japan in Verbindung bringen muss.

Mal schauen was zukünftige Murakami-Lektüre so mit sich bringt…